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PRESSEMITTEILUNG:

01. August 2017

Pflegenotstand verschäft sich – viele unbesetzte Stellen

Simon Rottloff: Pfleger, Pflegebedürftige und Angehörige leiden unter dem Mangel an Personal. Wir müssen endlich etwas gegen den Pflegenotstand tun!
Der Wiesbadener Kurier hat in einer bewegenden Serie das Thema Pflegenotstand in Wiesbaden aufgegriffen. Die Berichte einer Pflegerin aus Wiesbaden, einer Altenheimbewohnerin und einer Angehörigen schildern ihre alltäglichen Leiden, die alle letztendlich aus dem Mangel an Pflegekräften resultieren. Das Pflegepersonal leidet unter hohem Arbeitsdruck, Schichtdienst, schlechter Vergütung, Zeitmangel und geringer Anerkennung. Die Pflegebedürftigen leiden vor allem unter der fehlenden Zuwendung des Personals und Angehörige fühlen sich oft durch das Personal nicht ausreichend informiert.

Über 100 Stellen in der Altenpflege sind in Wiesbadener Einrichtungen derzeit unbesetzt. Hinzu kommen viele weitere unbesetzte Pflegestellen in den Wiesbadener Krankenhäusern. In unserer Stadt sind derzeit rund 8000 Menschen als pflegebedürftig registriert. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Dieser Trend zeichnet sich in ganz Deutschland ab. Wir müssen dringend handeln!

Als Abgeordneter im Deutschen Bundestag will ich mich für ein Sofortprogramm für mehr Personal in der Altenpflege einsetzen. Damit kann kurzfristig Entlastung geschaffen werden. Wir brauchen außerdem bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und einen leichteren Zugang zu Ausbildung und Studium.

Altenpflegerinnen und Altenpfleger und alle Beschäftigten in der Pflege leisten eine anspruchsvolle und schwere Arbeit, die besser anerkannt werden muss. Anerkennung ist für mich als Politiker kein leeres Wort, Anerkennung muss sich auch im Einkommen widerspiegeln. Wir brauchen einen allgemein gültigen Branchentraifvertrag Soziales. Aus der vollschulischen Ausbildung soll eine duale Ausbildung werden. Dadurch wird die Ausbildung nicht nur gebührenfrei, sondern auch vergütet.

Um die Pflegesituation in Deutschland ganzheitlich und langfristig zu verbessern, will ich gemeinsam mit Martin Schulz und der SPD an mehreren Stellschrauben drehen. Etwa wollen wir ältere Menschen fördern und unterstützen, dass sie lange aktiv in ihrem eigenen Zuhause sein können. Dafür wollen wir flächendeckende und miteinander vernetzte Angebote für Gesundheit, Pflege und haushaltsnahe Dienstleistungen für alle zugänglich machen, den Umbau zu barrierefreiem Wohnraum stärker unterstützen, wohnortnahe Pflegestützpunkte als Anlaufstellen schaffen und Alternativen zur 24-Stunden-Pflege und -Betreuung im Haushalt realisieren und staatlich unterstützen. Für Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen möchten, wollen wir die Familienarbeitszeit einführen. Diese ermöglicht eine Freistellung von der Arbeit mit Lohnersatzleistung für die Pflege eines Angehörigen.

Mit der Einrichtung der Bürgerversicherung wollen wir zudem sicherstellen, dass Menschen unabhängig von Einkommen und Wohnort die beste medizinische und pflegerische Versorgung bekommen.

Mit diesen unterschiedlichen Maßnahmen will ich gemeinsam mit der SPD den Pflegenotstand in Wiesbaden und ganz Deutschland bekämpfen. Denn eine gute und sichere Versorgung für Patientinnen und Patienten sowie für alte Menschen gibt es nur mit ausreichend Personal.

In Zukunft muss in der Pflege auch wieder Zeit sein, für einen würdevollen und menschlichen Umgang miteinander.

Ansprechpartner:
Simon Rottloff: 0177/ 8798385