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Marion Dear

Marion Dear
Marion Erfurt-Dear
Mein Name ist Marion Erfurt (das Dear ist der Name meines Mannes), ich bin Dipl. Dokumentarin, verheiratet und Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern.

Seit mehreren Jahren bin ich Mitglied im Ortsbeirat Mitte und es ist mir ein besonderes Anliegen, dass Wohnen, Arbeiten und Freizeit in diesem zentralen Bereich der Stadt für alle Generationen und sozialen Schichten unter einen Hut zu bringen sind. Außerdem stört mich, dass Stadtplanung bei der Jamaika-Koalition nach dem „Briefmarken-Prinzip“ funktioniert: da haben wir ein Grundstück, suchen wir einen Investor und lassen ihn dann machen was er will. Wir brauchen gerade in der City eine vernünftige Rahmenplanung und keine Inflation von Einkaufszentren und Büroflächen, die anschließend entweder leer stehen oder über fehlende Kundenströme klagen und zudem architektonisch zumindest fragwürdig sind. Außerdem müssen Faktoren wie Verkehrsströme, Parkmöglichkeiten und Umweltbelastung berücksichtigt werden. Ich will keine tote, aber eine lebenswerte Innenstadt.

Seit die CDU/FDP mit Hilfe der Republikaner die Erhaltungssatzung abgeschafft hat, sind in der Innenstadt immer mehr hochwertige Eigentumswohnungen entstanden, in der City zu wohnen ist „in“. Dadurch werden Normalverdiener in die Außenbezirke verdrängt. Bei Neubauten wurden zudem keine Wohnungen eingeplant. Ich kämpfe für bezahlbaren Wohnraum auch im Stadtzentrum.

Die Lebens- und Aufenthaltsqualität darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Deshalb soll die Stadtpolizei auch nach 23:00 Uhr auf Streife gehen können, denn die Schutzpolizei hat andere Aufgaben als gegen Ruhestörer vorzugehen. Wir brauchen mehr Abfallkörbe, die öfter geleert werden, wilder Sperrmüll muss schneller und komplett beseitigt werden, nachts hat auf Spielplätzen niemand etwas verloren und bei lärmenden Gaststättenbesuchern müssen die Wirte mit Konsequenzen rechnen, notfalls bis zum Verlust der Konzession. Gegen Farbschmierereien hilft eine umgehende Beseitigung und bei größeren Flächen legale Graffiti. So könnte man z. B. die Verteilerkästen von ESWE und Telekom von Schulklassen bemalen lassen, die Kosten für das Material können aus den Verfügungsmitteln der Ortsbeiräte aufgebracht werden, sofern die Aktion von den Eigentümern genehmigt wird.

Im Bildungswesen bin ich ein Fan integrierter Gesamtschulen. Vom gemeinsamen Lernen profitieren nicht nur die schwachen, sondern auch die guten Schüler. Meine eigenen Kinder sind ein beredtes Beispiel dafür. Kita und Grundschule in Einrichtungen mit hohem Migrantenanteil, IGS, Abitur und hervorragender Studienabschluss sprechen da für sich. Übrigens: mit Studiengebühren wäre das für sie nicht finanzierbar gewesen. Wer möchte schon sein Berufsleben mit einem Schuldenberg beginnen? Zumal gerade junge Akademikerinnen oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen landen. Daneben sollen sie dann auch noch eine Familie gründen! Wer so etwas richtig findet zementiert soziale Schieflagen.

Schließlich setze ich mich für Mindestlöhne ein. Gerade Menschen in Dienstleistungsberufen können oft von ihrem Gehalt nicht leben. Wenn eine Altenpflegerin oder eine Reinigungskraft mit einem Taschengeld abgespeist wird, während Manager Millionen kassieren obwohl sie Arbeitsplätze vernichten, dann ist der soziale Frieden in Gefahr. Das hat nichts mit Neid zu tun sondern mit Verhältnismäßigkeit. Wir haben weniger ein Unterschichten- sondern ein Oberschichtenproblem. Leistung ist für mich keine Frage des Einkommens sondern des Nutzens einer Tätigkeit für die Gesellschaft. Wer den Dreck anderer beseitigt soll genauso von seiner Arbeit leben können wie diejenigen, die ihn produzieren.